Herzlich willkommen an der Ferdinand-Tönnies-Schule Husum

Auf Augenhöhe mit Altersgenossen: Schüler als Konfliktlotsen

20.12.2019

Sonja Wenzel

Auseinandersetzungen können auch ohne Handgreiflichkeiten und böse Worte geregelt werden: Ein respektvoller, ordentlicher Umgang miteinander ist für alle Beteiligten gerade in Konfliktsituationen der bessere Weg, um das Gesicht zu wahren und ohne Verletzungen – sowohl physisch als auch psychisch – die Angelegenheit zu überstehen. Erst kürzlich wurden Schülerinnen und Schüler der Ferdinand Tönnies Gemeinschaftsschule und der Gemeinschaftsschule Nord zu Konfliktlotsen und -lotsinnen ausgebildet. 19 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren erhielten im Rahmen einer kleinen Festlichkeit Jacken mit dem weithin sichtbaren Aufdruck „Konfliktlotse“ sowie Zertifikate.

Zweieinhalb Tage dauerte die Ausbildung, die an einem Wochenende vorgenommen wurde. Die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter aller Husumer Schulen hatten die jungen Menschen entsprechend unterwiesen. Die Schulsozialarbeit liegt in der Trägerschaft des Diakonischen Werks Husum. Torben Albrecht, bis zum vergangenen Sommer Schulsozialarbeiter der Gemeinschaftsschule Nord, sagte in seiner Ansprache: „Ihr habt jetzt das Handwerkszeug zur Konfliktlösung erhalten. Nun gilt es Dienstpläne zu erstellen und Einsätze zu organisieren. Wir wünschen Euch viel Freude an der Arbeit.“ Finanziert wurden die Lotsen-Jacken von der Nospa. „Dieser Lehrgang ist ein Baustein fürs Leben“, betonte Jan Otzen, Nospa-Regionaldirektor Husum. „Jedes Ehrenamt ist wichtig. Diese Ausbildung als Lotse macht sich gut in jeder Bewerbung.“ Er sprach allen Teilnehmenden „ein großes Dankeschön“ aus und fügte hinzu: „Die Jacken haben wir gern finanziert.“

Christoph Siewert, Rektor der Ferdinand-Tönnies-Schule führte Zahlen aus der Gewaltstatistik an: Demnach geschehen 85 Prozent der Fälle an Gemeinschaftsschulen. „Die 40 Stunden Ausbildung helfen Euch, Konflikte ruhig zu lösen.“ Dieter Boe, Leiter der Gemeinschaftsschule Nord, dankte den Jugendlichen für ihr Engagement. „Auseinandersetzungen auf dem Schulhof hat es immer gegeben. Doch sie haben im Laufe der Zeit eine andere Wertigkeit erhalten, schon weil sie nicht mehr nur rein physisch sind.“ Malte (14) ist einer der frisch gebackenen Konfliktlotsen: „Ich liebe es zu debattieren. Ich finde es wichtig, dass man vieles sehr gut ausdiskutieren kann.“ Ella, Yasmin, Berfin, Laura und Kim Lara sind zwischen 14 und 16 Jahre alt und nehmen ebenfalls für sich viele Erkenntnisse mit, die nicht nur im Schulalltag, sondern in vielen anderen Lebenssituationen nützlich sind: „Jeden ausreden lassen, ruhig sprechen, nicht schreien – und möglichst kühlen Kopf behalten.“

Stolz präsentieren die frisch gebackenen Konfliktlotsen und -lotsinnen ihre Zertifikate und die Jacken.

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